Undercover Recherche: Der Chat ist voll mit rechtsextremen Parolen, Antisemitismus, homophoben Schmähungen und offener Nazi-Symbolik
SRF Impact ist es gelungen, in verschiedene Telegram-Chats der Pedo-Hunter-Gruppierung einzudringen. Einer dieser Chats zählte tatsächlich über 200 Mitglieder, ist aber inaktiv. Ein weiterer umfasst kaum ein Dutzend Personen. Auffällig ist: In den Gruppen kursieren offen rechtsextreme Nachrichten und Symbole. «Jedes Wochenende gehen wir auf die Jagd!» Gemeint ist damit keine Jagd auf Rehe oder Wölfe – sondern die Jagd auf Menschen: genauer gesagt, auf mutmassliche Pädophile. Yannick (Name der Redaktion bekannt) organisiert solche Jagden. Im Netz gibt er sich als 14-jähriges Mädchen aus und beginnt, mit Männern zu chatten. Zeigen sie Interesse, kommt es in der Regel zu einem Treffen – meist an einem abgelegenen Ort, oft in Waldstücken ausserhalb der Stadt. Die Hexenjagd auf Pädophile nimmt eine immer größere Dimension ein. Die Strafverfolgungen und Verurteilungen der Pedo-Hunters nehmen zwar stetig zu, aber das sogenannten Dunkelfeld ist enorm hoch. Die meist jugendlichen Täter werden von rechtsextremen Polikern/Innen befeuert. Zu den Brandstiftern gehören neben den Neonazis auch Sympathisanten der AfD. Unter dem Deckmantel des „Kinderschutzes“ begehen die Pedo-Hunters Selbstjustiz. Ein gefährlicher Spass, urteilt Extremismusforscher Jérôme Endrass: «Hier geht es nicht um Kinderschutz, es geht um Gewalt.» Es sei so, dass ein beachtlicher Teil der Gewalttaten von Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren begangen werde. In diesem Alter suchten viele gezielt diese Action….
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