Geschäftsführender Herausgeber Steffen Kahrels: „Verantwortung beginnt hier zumeist mit der Anerkennung der eigenen Gefährlichkeit – und jene endet nie“
Die unabhängige und unzensierte Gefangenenzeitschrift DER LICHTBLICK bietet für alle Inhaftierte im regulären Strafvollzug, Sicherungsverwahrung(SV) und Maßregelvollzug sowie der Öffentlichkeit wichtige Informationen. Jedoch in einem Artikel der aktuellen Ausgabe 3/2025 (Seite 20/21) wird deutlich, dass die Inhalte zum Themenkomplex der Pädophilie & von „Kein Täter werden/KTW“ ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. Der geschäftsführende Herausgeber Steffen Kahrels schreibt darin(u.a.): „Verantwortung beginnt hier zumeist mit der Anerkennung der eigenen Gefährlichkeit – und jene endet nie“. Die SothA ist zwar ein Ort der Hoffnung, aber ebenso auch ein Ort der Wahrheit, und diese Wahrheit ist unbequem: Prävention ist möglich – Heilung nicht.“ Insgesamt ist der Artikel lückenhaft und suggeriert eine Gefährlichkeit nach der Entlassung, die so nicht existiert. Die Resozialisierung in die Gesellschaft wird dadurch nicht verbessert, sondern erschwert. Auf die spezielle Situation der sogenannten Knasthierarchie von pädophilen/pädosexuellen Gefangenen geht der Artikel mit keinem Wort ein. Steffen Kahrels, der Autor des Artikels, ist an einer Zusammenarbeit zu diesem Themenkomplex nicht interessiert. K13online veröffentlicht deshalb eine Stellungnahme an die LICHTBLICK Redaktion. Ebenso veröffentlichen wir die Antwort des Autors Kahrels. Wir rufen die pädophile Leserschaft innerhalb und außerhalb des Strafvollzuges zu kritischen Leserbriefen an den LICHTBLICK auf. Durch die Ablehnung einer redaktionellen Kooperation werden Pädophile/Pädosexuelle in den JVAs nicht die Möglichkeit einer brieflichen Kontaktaufnahme mit K13online erhalten. Mit Stand von heute pflegen wir im Rahmen unserer privaten Gefangenenhilfe Brieffreundschaften mit vier Inhaftierten in Deutschland, zwei in der Schweiz und drei in den USA….
https://derlichtblick.online/hefte
Sehr geehrter Herr Kahrels,
die neue Ausgabe der Gefangenenzeitschrift LICHTBLICK 3/2025 ist hier dankend als Printausgabe eingetroffen. Leider haben Sie auf meine untere Email noch nicht geantwortet.
Auf den Seiten 21/22 finde ich einen Artikel von Ihnen mit dem Titel: Kein Täter werden(KTW) – Anspruch und Realität. Damit haben Sie das Thema der Pädophilie innerhalb des Strafvollzuges nun doch aufgegriffen. Vielen Dank!
Nach meiner Ansicht kann der Inhalt allerdings lediglich ein aktueller Einstieg in die Gesamt-Thematik sein. Mir ist aufgefallen, dass Sie davon schreiben, dass das Netzwerk(KTW) auch im Strafvollzug in Anspruch genommen wird. Nach meinen Kenntnissen nimmt KTW jedoch keine Pädophile/Pädosexuelle für Therapien auf, die sich im Strafvollzug befinden oder gegen die Ermittlungsverfahren laufen. Ich bitte deshalb um Auskunft, ob im Bereich II der SothA auch KTW-Therapeuten tätig sind?
Weiter schreiben Sie davon, dass der Übergang in die Freiheit riskant ist. Ich möchte darauf hinweisen, dass entlassene Pädosexuelle in Sexualstraftäter-Dateien eingetragen werden. Die Strafvollstreckungskammern legen Auflagen/Weisung fest, die der Prävention dienen. Zum Beispiel dürfen sich pädosexuelle Entlassene nicht an Orten aufhalten, wo Kinder sind. In begründeten Fällen kann sogar das Tragen einer elektronischen Fußfessel angeordnet werden. Ebenso kann für die Freiheit eine Therapie angeordnet werden. Alles wird im Rahmen der Führungsaufsicht überwacht. Man kann also nicht sagen, dass die Betroffenen in Freiheit einfach sich selbst überlassen werden.
In Ihrem Artikel finde ich auch zwei statische Zahlen: 91 Prozent der Therapie-Teilnehmer sollen rückfällig werden. Eine solch hohe Zahl ist mir nicht bekannt. Bitte nennen Sie mir die Quelle. Ebenso bei der Rückfallrate von 13,7 Prozent.
Vielen Dank für Ihre Mühe!
Bei dieser Gelegenheit gebe ich Ihnen auch mein News zur KTW-Veranstaltung zur Kenntnis, woran auch ich teilgenommen hatte:
Es gibt weitere News, die für den LICHTBLICK interessant sein könnten.
Mein nächstes News mit Ihrem Artikel befindet sich in Vorbereitung. Ich bitte deshalb um eine baldige Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Gieseking
Sehr geehrter Herr Gieseking,
gerne nehme ich zu Ihren Fragen und Anmerkungen Stellung.
Ihre Nachfrage zum Bereich II der SothA betrifft den Vollzug selbst und fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich unserer Redaktion. Bitte wenden Sie sich mit einer offiziellen Presseanfrage direkt an die Pressestelle der Senatsverwaltung für Justiz.
Der von Ihnen angesprochene Artikel „Kein Täter werden – Anspruch und Realität“ wurde bereits vor Ihrer ersten Kontaktaufnahme verfasst. Er stellt nicht in Abrede, dass Kontrollmechanismen bestehen, sondern verweist darauf, dass das Risiko, das von diesen Personen ausgeht, enorm hoch und nicht heilbar ist.
Die im Beitrag genannten Zahlen entstammen, wie dort auch erwähnt, dem Evaluationsbericht der Berliner Charité.
Darüber hinaus möchte ich darauf hinweisen, dass wir Ihren Blog aufgrund der bestehenden Firewall nicht einsehen können.
Ebenso ist es nicht unsere Aufgabe, für sie herauszufinden, welche der inzwischen 399 Hefte für sie relevante Themen enthalten.
Wir sind bzw. wir waren weder an einem Besuch innerhalb der Vollzugseinrichtung noch an einer weiteren Zusammenarbeit innerhalb dieses Themenkomplexes interessiert.
Für den von Ihnen angekündigten Artikel gilt zudem: Bitte beachten Sie hierzu die Hinweise im Impressum der Ausgabe 3/2025, Heft-Nr.: 398.
Ich hoffe, diese Klarstellungen sind hilfreich.
Mit freundlichen Grüßen
Steffen Kahrels [er/ihm]
Geschäftsführender Redakteur
Redaktion und Verlag der lichtblick
Verantwortlich im Sinne des Presserechts
Mitglied der taz-Genossenschaft eG
Fördermitglied im Kunst- u. Literaturverein e.V.
Mitglied im Verband der Zeitschriftenverleger Berlin-Brandenburg e.V.




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