Kinderfotograf Achim Lippoth: Landgericht Köln erhöht nach BGH-Revision das Strafmaß auf sieben Jahre Freiheitsstrafe

[ Autor von diesem Artikel: Dieter Gieseking ] [ Verfasst am 03 Juni 2026 ]

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert: Über viele Jahre gehörte Achim Lippoth zu den bekanntesten Kinderfotografen Deutschlands

Über viele Jahre gehörte Achim Lippoth zu den bekanntesten Kinderfotografen Deutschlands. Seine Bilder erschienen auch in internationalen Magazinen wie der „Vogue“ oder dem „New York Times Magazine“, für viele Eltern war ein Shooting mit ihm eine Auszeichnung. Dennoch wurde Lippoth im Jahr 2021 von einem Jungen-Modell angezeigt und es begann ein Mamutverfahren. Im Jahr 2022 wurde er zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und 10 Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft lege erfolgreich Revision ein und der Bundesgerichtshof(BGH) hob das Urteil im Jahr 2024 auf. Ein anderes Kölner Landgericht verurteilte Lippoth nun zu sieben Jahren Freiheitsstrafe. Alle weiteren Vorwürfe konnten nicht bewiesen werden. Zitate WDR: „Er hatte ein feudales Leben, sagte der Vorsitzende Richter zu Beginn seiner Urteilsbegründung. Das änderte sich schlagartig, als Achim Lippoth im Juni 2021 angezeigt wurde. Daraufhin meldeten sich weitere mögliche Opfer, mittlerweile junge Männer, die als Kind missbraucht worden sein sollen. Der Fotograf habe dadurch seine berufliche Existenz und viel Geld verloren. Als Fotograf sei er verbrannt, so der Richter.“ K13online zitiert Wilhelm Busch: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert“. NIcht im restlichen Strafvollzug, aber wenn Lippoth wieder in die Freiheit entlassen wurde. Wie sich der Ex-Kinderfotograf seine berufliche und private Zukunft vorstellt? Wir wissen es nicht! Das Gericht spricht von einer klaren „pädophilen Veranlagung„. Damit wäre er bei K13online mit politischen und medialen Aktivitäten genau an der richtigen Stelle…

Erstes Urteil: Vier Jahre und zehn Monate
Die Taten liegen Jahre zurück. Es hatte bereits zuvor ein Verfahren gegen Lippoth gegeben. Das erste Urteil von vier Jahren und zehn Monaten hatte der Bundesgerichtshof jedoch ans Kölner Landgericht zurückverwiesen. Dabei kam nun heraus, dass die Kammer Lippoth einen weiteren Übergriff nachweisen kann. Es geht um eine Reise nach Sardinien, bei der einem damals 10-Jährigen laut Gericht sexualisierte Gewalt angetan wurde.

Widersprüche bei Aussagen
In dem Verfahren ging es noch um weitere Vorwürfe. Doch aufgrund von Widersprüchen der Zeugen konnten ihm einige Anklagepunkte nicht nachgewiesen werden. Bemerkenswert: Der Vorsitzende Richter sagte: „Wir glauben, dass noch mehr Missbrauch passiert ist, können es aber nicht beweisen.“

https://www1.wdr.de/nrw/koeln/urteil-kinderfotograf-sexueller-missbrauch-koeln-100.html


Kinderfotograf Achim Lippoth: Bundesgerichtshof(BGH) hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft fünf Freisprüche nach § 176 ff StGB aufgehoben

 

1 Kommentar zu “Kinderfotograf Achim Lippoth: Landgericht Köln erhöht nach BGH-Revision das Strafmaß auf sieben Jahre Freiheitsstrafe”

  1. Auticgirllover sagt:

    Bist du für mich oder gegen mich? Oder: Das moralische Schutzschild: Wie der „Kampf gegen Pädophilie“ zum Modell moderner Propaganda wurde

    Politische Macht benötigt Legitimation. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich dafür eine besonders wirksame Methode etabliert: die Ausrufung eines „Krieges“ gegen ein gesellschaftliches Übel. Der „War on Poverty“, der „War on Drugs“ oder später der „War on Terror“ waren nicht nur politische Programme, sondern sprachliche Konstruktionen. Sie schufen Feindbilder, mobilisierten Ressourcen und erzeugten den Eindruck eines permanenten Ausnahmezustands.

    Unter all diesen Kampagnen nimmt der „Kampf gegen Pädophilie“ jedoch eine Sonderstellung ein. Keine andere politische Formel verbindet einen derart unantastbaren moralischen Anspruch mit einer derart starken emotionalen Wirkung. Wer gegen Kindesmissbrauch kämpft, steht scheinbar automatisch auf der Seite des Guten. Wer Fragen stellt, Differenzierungen verlangt oder Maßnahmen kritisiert, läuft Gefahr, selbst unter Verdacht zu geraten.

    Genau diese Eigenschaft machte den Begriff zu einem der wirksamsten politischen Instrumente der letzten Jahrzehnte.

    Die Verschmelzung von Diagnose und Verbrechen

    Ursprünglich bezeichnete Pädophilie eine psychologische beziehungsweise psychiatrische Kategorie. Der Begriff beschreibt eine sexuelle Präferenz und nicht automatisch eine Straftat. Strafbar sind sexuelle Handlungen an Kindern sowie deren Vorbereitung oder Förderung.

    Im öffentlichen Diskurs verschwanden diese Unterschiede jedoch zunehmend. Besonders seit den 1990er Jahren wurde „Pädophilie“ immer häufiger als Sammelbegriff für das absolut Böse verwendet. Die Medienberichterstattung über spektakuläre Missbrauchsfälle, internationale Ermittlungen und später über illegale Inhalte im Internet trug erheblich zu dieser Entwicklung bei.

    Der Begriff verlor damit einen Teil seiner fachlichen Bedeutung und gewann eine neue politische Funktion: Er wurde zum Symbol für eine Bedrohung, gegen die praktisch jede Maßnahme legitim erscheinen konnte.

    Das perfekte politische Argument

    Kaum ein anderes Thema besitzt eine vergleichbare moralische Immunität gegen Kritik.

    Wenn Regierungen neue Überwachungsmaßnahmen einführen wollten, wurden sie häufig mit dem Kampf gegen Kindesmissbrauch begründet. Wenn Plattformen Inhalte zensierten oder Kommunikationsräume überwachten, erfolgte die Rechtfertigung oft ebenfalls mit dem Schutz von Kindern. Wenn Polizeibehörden neue Befugnisse forderten, stand derselbe Verweis im Raum.

    Die politische Wirksamkeit dieses Arguments beruht auf einer einfachen psychologischen Struktur:

    Nicht die vorgeschlagene Maßnahme wird diskutiert, sondern die moralische Verwerflichkeit des Gegners.

    Die Frage lautet dann nicht mehr:

    „Ist diese Maßnahme wirksam, verhältnismäßig und rechtsstaatlich?“

    Sondern:

    „Warum bist du gegen eine Maßnahme, die Kinder schützt?“

    Damit verschiebt sich die Debatte von der Sachebene auf die Moralebene.

    Vom Kinderschutz zur politischen Waffe

    Sobald ein Narrativ diese moralische Immunität erreicht, wird es anfällig für Instrumentalisierung.

    Autoritäre Staaten haben dies früh erkannt. Besonders deutlich zeigte sich dies in Russland Anfang der 2010er Jahre. Unter dem Vorwand des Schutzes von Minderjährigen vor angeblicher „Pädophilie-Propaganda“ entstanden Gesetze, die faktisch vor allem gegen LGBTQ+-Personen und oppositionelle Stimmen eingesetzt wurden.

    Die politische Technik war bemerkenswert einfach:

    Zunächst wird ein universell akzeptiertes Ziel definiert – der Schutz von Kindern.

    Anschließend werden politische Gegner, Minderheiten oder unerwünschte Gruppen mit dieser Bedrohung in Verbindung gebracht.

    Wer sich gegen die daraus folgenden Maßnahmen ausspricht, erscheint plötzlich nicht mehr als Kritiker staatlicher Politik, sondern als Verteidiger des Bösen.

    Dies ist die eigentliche propagandistische Leistung des Begriffs.

    Das QAnon-Experiment

    Mit QAnon erreichte diese Entwicklung eine neue Stufe.

    Hier wurde der Vorwurf der Pädophilie nicht mehr gegen einzelne Straftäter erhoben, sondern gegen ganze politische Lager. Politiker, Journalisten, Wissenschaftler und Prominente wurden pauschal als Mitglieder eines angeblichen pädophilen Netzwerks dargestellt.

    Der Vorwurf war deshalb so wirkungsvoll, weil er keine Verteidigung zuließ.

    Wer beschuldigt wird, korrupt zu sein, kann über Beweise diskutieren.

    Wer beschuldigt wird, pädophil zu sein, verliert bereits durch den Vorwurf selbst seine gesellschaftliche Legitimität.

    QAnon demonstrierte damit die maximale propagandistische Nutzbarkeit des Themas.

    Das erlernte Muster

    Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht allein im Thema Pädophilie.

    Entscheidend ist das politische Muster, das daran erprobt wurde.

    Ein moralisch absoluter Feind wird definiert.

    Die Gesellschaft wird in Unterstützer und Gegner des Kampfes eingeteilt.

    Kritik an den Mitteln wird als Unterstützung des Feindes interpretiert.

    Der Ausnahmezustand wird dauerhaft.

    Dieses Muster findet sich heute in zahlreichen politischen Debatten wieder. Nicht immer mit derselben Intensität, aber oft mit derselben Logik. Die konkrete Bedrohung kann wechseln – Terrorismus, Desinformation, Extremismus, Klimawandel oder geopolitische Gegner. Die Struktur bleibt ähnlich.

    Der „Kampf gegen Pädophilie“ war deshalb nicht nur eine Reaktion auf reale Sexualstraftaten. Er wurde zugleich zu einem Modell dafür, wie moderne Massenmedien moralische Konsense erzeugen, politische Maßnahmen legitimieren und Debattenräume begrenzen können. Anstelle der Kirche in der Zeit vor der sogenannten Aufklärung.

    Gerade weil der Schutz von Kindern ein legitimes und notwendiges Ziel ist (für Gegenwartsregierungen der westlichen Coca-Cola-Hemisphäre), eignet sich das Thema besonders gut für politische Instrumentalisierung. Die moralische Stärke des Anliegens wird dabei zum Schutzschild für Maßnahmen, die selbst Gegenstand kritischer Diskussion sein sollten.

    Die Lehre lautet, dass selbst die „moralisch“ (Halleluja) unantastbarsten Ziele nicht von der Pflicht zur demokratischen, rechtsstaatlichen und rationalen Prüfung politischer Maßnahmen entbinden.

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Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, es findet uns nur noch als wahre Kinder.

Die Kunst ist lang! - Und kurz ist unser Leben.

Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern - Und hüte mich, mit ihm zu brechen.

Politik machen: den Leuten so viel Angst einjagen, dass ihnen jede Lösung recht ist.

Die Politik ist keine Wissenschaft, wie viele der Herren Professoren sich einbilden, sondern eine Kunst.