Waldtraut Lewin an K13online im Jahr 2015: „Pädophilie & kindliche Sexualität gehört für mich zum Leben, und ich bin nicht bereit, mich dem vorherrschenden spießbürgerlichen Mucketum anzuschließen“
Wir erinnern am 20. Mai 2026 an den 9. Todestag der Schriftstellerin Waldtraut Lewin. Zu Ihrem 80. Geburtstag am 8. Januar 2017 reiste Sie noch nach Israel und versprach Ihren Freunden ein Sommerfest mit Ihnen zu feiern. Kurz nach Ihrer Rückkehr erkrankte Sie an einer Lungenentzündung und verstarb auf der Intensivstation der Berliner Charite. Waldtraut Lewin hinterlässt ein vielfaltiges Lebenswerk an Literatur. Zum Buch „Das Beiderwandkleid“ zitieren wir Ihre Ansichten zur Pädophilie-Debatte: Unterdrückte „Triebe“ bringen verkrümmte Menschen hervor. Unsere Gesellschaft muss sich öffnen. Lewin schrieb auch das Vorwort zum Buch „Laokoon mit Handtüchern“, pädophile Erzählungen von Pädophilen. Ebenso ist in der Bröschüre Pädophilie – Wissenschaft, Ethik und Gesellschaft – ein Vorwort von Ihr gedruckt. In der letzten EMail an K13online am 5. November 2015 schrieb die Buchautorin zu einem geplanten Interview, welches leider nicht mehr stattgefunden hatte – Zitate(u.a.): „Pädophilie & kindliche Sexualität gehört für mich zum Leben, und ich bin nicht bereit, mich dem vorherrschenden spießbürgerlichen Mucketum anzuschließen. Aber deswegen bin ich keine Galionsfigur der Pädophilen. Das würde mich sehr einengen. Das Beiderwandkleid ist ein Stück Zeitgeschichte, die erzählt wird aus der Position eines Kindes. Das dieses Kind auch sexuelle Erlebnisse hat, wird nicht ausgespart.“ K13online trauert um eine renommierte Schriftstellerin, die sich zu Lebzeiten in den letzten Jahren ihres literarischen Werkens auch dem Thema der Pädophilie angenommen hat. Im heutigen Anti-Pädophilen-Zeitgeist ein mutiger Einsatz für mehr Aufklärung & Solidarität. Ruhe in Frieden, wir werden Dein Lebenswerk in stetiger Erinnerung & Gedenken behalten…
https://archiv.krumme13.net/text5154.html?id=1167&s=read
https://www.175er-verlag.de/laokoon/index.htm






Danke bestens!
Schön, daß Ihr daran gedacht und erinnert habt.
…
Ich erinnere auch kurz an Waldtraut und zwar, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam.
…
Am 4. April 2014 schrieb sie mir:
Mein Lieber,
das ist eben die Frage.
Es gibt Projekte von mir, wo keiner „anbeißt“, aber nicht, weil sie zu „erotisch“ sind, sondern, weil sie für diese weichgespülte Gesellschaft zu krass sind – zum Beispiel das Buch, das ich über eine Figur aus dem Aufstand des Warschauer Ghetto schreiben möchte und von dem es auch schon Seiten gibt. Da der Heiland keinerlei Chance sieht, das in der mainstream-Verlagslandschaft zu veröffentlichen, wäre die Frage, ob du dich mit so etwas profilieren würdest abseits von deinem Thema. Genau wie beim Beiderwandkleid wäre mir der Gewinn egal. Du könntest dich als mein alternativer Verleger aufbauen. Oder?
Grüße Waldtraut“
…
Meine Antwort:
„… Das ehrt mich, wie weit Dein Vertrauen geht und Deine Gedanken fliegen …
Ich bin natürlich dabei, zumal ich ja, wie Du weißt, auch gern provoziere, um eben Aufmerksamkeit für etwas zu erregen, auch und erst recht deshalb, wenn es dem Zeitgeist gegen den Strich geht. Ich bin schon immer meiner Linie treu geblieben und werde meine Ideale für nichts auf dieser Welt verraten … und gehe selbst in den Knast dafür …“
…
Rosa von Zehnle.
schreibendER, verlegER und musikmachER
https://175er-verlag.de/Trauer-Anzeige-Lewin.jpg