Anonyme Hilfe mitgestalten: Menschen mit sexuellem Interesse an Kindern erleben häufig starke Stigmatisierung – auch beim Zugang zur Psychotherapie
Im Rahmen der VERANDA-Studie & Online-Umfrage hat der Inhaber dieses Weblogs(Dieter Gieseking) auch an einem Online-Interview mit dem Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Berliner Charite teilgenommen. Aufgrund einer „Vereinbarung zur Vertraulichkeit und Nutzung von Interviewmaterial“ können wir dieses Interview nicht veröffentlichen. Alle Umfrage-Teilnehmer erhalten die folgende Einladung: Während des Interviews sprechen wir über Ihre Ansichten auf Psychotherapie, welche Informationen und Bedingungen Sie für einen anonymen digitalen Therapiedienst als wichtig erachten sowie Ihre Erwartungen hinsichtlich der Anonymisierung von Video-, Audio- und Textkommunikation. Wir möchten Ihnen auch den aktuellen Stand unserer Anonymisierungstechniken vorstellen und freuen uns auf Ihr Feedback. Jeder Interview-Teilnehmer kann auf Wunsch eine Aufzeichnung als MP3-Datei & Transkript erhalten. Die Teilnehmer erhalten eine Vergütung im Wert von 20Euro. Das Interview mit Dieter Gieseking hat eine Dauer von einer Stunde und 13 Minuten(3,15 GB). Nach einem Vorgespräch mit freiwilligem Video & Audio konnten wir zur VERANDA-Studie aus unseren langjährigen Erfahrungen einen umfangreichen Beitrag leisten. Auch konnten wir unsere journalistischen und politischen Positionen in einem Statement vortragen. K13online kann zwar aus bekannten Gründen keine Teilnahme an den Therapien von „Kein Täter werden/KTW“ empfehlen, aber wir können für die Online-Umfrage & das Online-Interview eine Empfehlung aussprechen. Pädophile/Pädosexuelle erhalten bei den Teilnahmen die Möglichkeit, sich ausführlich zu äußern und auch Kritik anzubringen. Die Interviews sind Teil des Gesamt-Projektes „Anonyme Hilfe mitgestalten: Menschen mit sexuellem Interesse an Kindern erleben häufig starke Stigmatisierung – auch beim Zugang zur Psychotherapie“. Diese Zielsetzungen liegen auch im Interesse von K13online und sollten auch im Interesse der Pädophilenszene liegen….(Update)
Liebe*r Teilnehmer*in
vielen Dank, dass Sie unseren Online-Fragebogen zur anonymen digitalen Therapie ausgefüllt und Ihr Interesse an der Teilnahme an einem Online-Interview bekundet haben (dies kann bis zu 7 Monate zurückliegen). Wir danken Ihnen für Ihre Bereitschaft und würden uns sehr freuen, einen geeigneten Termin mit Ihnen zu vereinbaren. Wir planen, die Interviews ab Januar 2026 durchzuführen. Als Dankeschön für Ihre Teilnahme erhalten Sie einen Gutscheincode im Wert von 20 €, den Sie in vielen verschiedenen Online- und Offline-Shops einlösen können, darunter Supermärkte, Bekleidungsgeschäfte, Drogerien, Elektronikgeschäfte und viele mehr. Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie weiterhin zur Teilnahme bereit sind, und schlagen Sie uns gerne mögliche Termine und Zeiten vor, die Ihnen passen.
Einzelinterviews
Die Einzelinterviews dauern etwa 90 Minuten und werden von Forscher*innen unseres Projekts durchgeführt. Sie können wählen, ob Sie persönlich in der Charité in Berlin oder online über die browserbasierte Plattform „Arztkonsultation“ teilnehmen möchten. Die Plattform bietet eine vollständige End-to-End-Verschlüsselung, ist für therapeutische Gespräche zertifiziert und entspricht den Anforderungen der DSGVO. Sie müssen zu keinem Zeitpunkt Ihre Kamera einschalten und auch keine persönlichen Daten wie Ihren Namen, Ihre Adresse oder Ihren Arbeitsplatz preisgeben.
Während des Interviews sprechen wir über Ihre Ansichten auf Psychotherapie, welche Informationen und Bedingungen Sie für einen anonymen digitalen Therapiedienst als wichtig erachten sowie Ihre Erwartungen hinsichtlich der Anonymisierung von Video-, Audio- und Textkommunikation. Wir möchten Ihnen auch den aktuellen Stand unserer Anonymisierungstechniken vorstellen und freuen uns auf Ihr Feedback.
Sie müssen nicht in Therapie sein oder eine Therapie beginnen wollen, um teilzunehmen.
Bitte beachten Sie, dass die Antworten, die Sie im Online-Fragebogen gegeben haben, nicht mit Ihrer Identität in Verbindung gebracht werden können. Wir werden Ihnen daher keine Fragen zu den Informationen stellen, die Sie im Fragebogen angegeben haben.
Das Interview wird als Audiodatei aufgezeichnet und anschließend mit technischen Mitteln anonymisiert. Details hierzu finden Sie weiter unten. Zusätzlich wird ein*e zweite*r Forscher*in aus dem Projekt Notizen machen. Wenn Sie mit einer dieser Methoden nicht einverstanden sind, teilen Sie uns dies bitte im Voraus mit. Bei Fragen können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden.
Datenschutz und Vertraulichkeit
Wenn Audioaufnahmen gemacht werden, werden alle Audiodateien ausschließlich auf sicheren Servern der Charité gespeichert, auf die nur das Forschungsteam Zugriff hat. Die Aufzeichnung wird dann automatisch transkribiert und personenbezogene Daten werden entfernt. Diese Anonymisierung wird anschließend von einem Projektmitglied überprüft. Wenn während des Interviews Notizen gemacht werden, werden keine identifizierenden Daten aufgenommen.
Für die Zwecke dieser Studie werden ausschließlich anonymisierte Daten ausgewertet. Die Originalaufzeichnungen werden gelöscht, sobald sie nicht mehr benötigt werden, spätestens jedoch am Ende des Projekts oder nach drei Jahren. Sie werden zu keinem Zeitpunkt an Personen außerhalb des Forschungsteams weitergegeben.
Wir freuen uns sehr auf Ihre Kontaktaufnahme, auf interessante Gespräche und auf Ihren wertvollen Beitrag als Expert*in!
Liebe Grüße,
Ihr Forschungsteam der Charité
https://survey.charite.de/Gr_01/index.php
K13online Statement im freien Textfeld der Frage 36 der Umfrage
Nicht jeder Pädophile benötigt eine Therapie aufgrund seiner sexuellen Orientierung/Neigung/Identität. Wenn ein Pädophiler/Pädosexueller eine Therapie in Anspruch nehmen möchte, dann liegt der Grund dafür oft an der gesellschaftlichen Ausgrenzung/Stigmatisierung/Verfolgung. Diese Folgen können zu psychischen Belastungen führen, die selbst oder durch das soziale Umfeld nicht behoben werden können. Das Ziel einer solchen Therapie muss darin bestehen, dass der Pädophile/Pädosexuelle ohne Angst und verantwortungsvoll zu sich selbst stehen kann(Coming-In & Out Hilfe). Das Ziel einer Therapie darf nicht darin bestehen, dass der Pädophile/Pädosexuelle für den Rest seines Lebens auf das Ausleben seiner sexuellen Identität verzichten muss. Eine lebenslange Unterdrückung der pädophilen-pädosexuellen Identität kann zu psychischen Problemen führen, die nicht durch eine Therapie behoben werden können. Jeder Mensch hat das Grundbedürfnis nach Liebe, Zärtlichkeit und Sexualität, wenn diese einvernehmlich praktiziert wird. Verbietet man dieses pädosexuelle Grundbedürfnis durch Therapien & dem Gesetzgeber, dann steigt das latenten Risiko von nicht einvernehmlichen Übergriffen bis hin zu sexueller Gewalt gegen Kinder. Im Sinne eines effektiven Kinderschutzes vor Übergriffen/Gewalt gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern muss während der Therapie die Option des Auslebens offen bleiben. Leidet der Pädophile unter Gewaltfantasien mit Kindern, dann muss das Ziel einer Therapie darin bestehen, diese zu beheben und zu befähigen, liebevolle Beziehungen eingehen zu können. Eine solche Therapie trägt maßgeblich zum besseren Kinderschutz vor sexualisierter Gewalt bei. Jede Form der Unterdrückung ist jedoch kontraproduktiv und trägt nicht zum Kinderschutz bei. Wenn sich KTW bei den Therapieangeboten dazu durchringen könnte, diese als therapeutisch begleitete Selbsthilfegruppe(Hilfe zur Selbsthilfe) anzubieten, dann wird ein solches Hilfsangebot mit Sicherheit auf große Zustimmung innerhalb der gesamten Pädophilenszene führen. Seit dem Bestehen von KTW ist es jedoch so, dass die weit überwiegende Mehrheit der Pädophilen und insbesondere der Pädosexuellen, dass KTW-Projekt ablehnt oder sogar bekämpft. In Relation zur geschätzten Gesamtzahl(250 Tausend) der Pädophilen allein in Deutschland sind die Pädophilen, die enthaltsam leben bzw. dem aktuellen KTW-Therapieangebot folgen, lediglich eine sehr kleine Minderheit. Die breite Massen der Pädophilen/Pädosexuellenszene kann durch KTW nicht erreicht werden. Schon deshalb sind KTW-Studienergebnisse nicht repräsentativ und stellen lediglich eine kleine Stichprobe dar. Außerdem beziehen sich die Ergebnisse auf die Sexualmedizin/Sexualtherapie, aber nicht auf eine unabhängige Sexualforschung. Eine sexualwissenschaftliche Studie, die alle Pädophile/Pädosexuelle mit einschließt, ist daher dringend erforderlich…
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38. Dieser Fragebogen richtet sich an verschiedene Personengruppen, für die Stigmatisierung den Zugang zu Psychotherapie erschwert. Dabei möchten wir keinesfalls suggerieren, dass diese Gruppen gleich oder vergleichbar seien. Dennoch sind alle in unterschiedlicher Weise von Stigmatisierung betroffen, was ihren Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung einschränken kann. Unser Ziel ist es, die sehr unterschiedlichen Formen von Stigmatisierung, mit denen jede Gruppe konfrontiert ist, besser zu verstehen – und sicherzustellen, dass alle Perspektiven in die Entwicklung sicherer und inklusiver Technologien einfließen und geschätzt werden. Bitte geben Sie an, ob Sie sich einer oder mehreren der folgenden Gruppen zugehörig fühlen.
Ich bin Überlebende*r sexuellen Kindesmissbrauchs
Ich identifiziere mich als transgender und/oder genderdiverse Person
Ich bin oder war als Sexarbeiter*in tätig
Ich arbeite im Gesundheitswesen
Ich habe sexuelles Interesse an Kindern
Keine der oben genannten Möglichkeiten
Ich ziehe es vor, das nicht zu sagen
Sonstiges



Kritik an folgendem Zeit-Interview: „Woher kommt die Gewalt in der männlichen Sexualität?“
https://www.zeit.de/gesundheit/2026-05/sexualitaet-maenner-frauen-gewalt-paedophilie
Die zentrale Schwäche der Argumentation von Klaus Beier liegt darin, dass er von statistischen Täterprofilen auf die Struktur männlicher Sexualität selbst schließt. Dass Männer den überwiegenden Teil schwerer sexueller Gewalt begehen, ist empirisch kaum zu bestreiten. Fragwürdig wird es jedoch dort, wo aus dieser Beobachtung eine anthropologische Aussage über „die männliche Sexualität“ abgeleitet wird. Genau an diesem Punkt verlässt die Argumentation den Boden nüchterner Kriminalstatistik und bewegt sich in Richtung eines biologisch aufgeladenen Essentialismus: Männlichkeit erscheint dann nicht mehr als historisch und psychisch geformte Struktur, sondern als Träger eines quasi natürlichen Gewaltpotenzials. Wissenschaftlich ist das problematisch, weil damit komplexe psychische, soziale und kulturelle Dynamiken auf Geschlecht reduziert werden.
Beiers Perspektive ist stark sexualmedizinisch und neurobiologisch geprägt. Das führt dazu, dass Sexualität überwiegend als Triebphänomen verstanden wird: Männer erscheinen als stärker getrieben, impulsiver, enthemmter und aggressiver. Eine solche Sicht unterschätzt jedoch die Bedeutung psychischer Entwicklung und früher Beziehungserfahrungen. Gerade psychoanalytische Ansätze haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Sexualität nicht einfach biologisch „vorhanden“ ist, sondern sich in frühen Bindungs- und Machtverhältnissen formt. Gewalt ist aus dieser Perspektive nicht primär Ausdruck eines männlichen Naturkerns, sondern häufig Resultat beschädigter Subjektentwicklung, ungelöster Abhängigkeiten, narzisstischer Kränkungen und gestörter Fähigkeit zur Beziehung.
Besonders auffällig ist, dass in solchen Debatten die Rolle der frühen Mutter-Kind-Beziehung oft unterbelichtet bleibt. Psychoanalytisch betrachtet entsteht männliche Identität nicht autonom, sondern in einem konflikthaften Ablösungsprozess von der Mutter. Jungen sind in ihrer frühen Entwicklung zunächst in einer extrem abhängigen Position. Wenn Bindung von Kontrolle, emotionaler Vereinnahmung, Grenzüberschreitungen oder Beschämung geprägt ist, kann dies massive Folgen für spätere Sexualität und Aggression haben. Viele psychoanalytische Autoren – von Freud über Ferenczi bis hin zu modernen Objektbeziehungstheorien – haben darauf hingewiesen, dass frühe Erfahrungen von Ohnmacht, Übergriffigkeit oder emotionaler Verschmelzung später in Sexualität reinszeniert werden können.
Gerade Jungen als Opfer psychischer oder sexualisierter Grenzüberschreitungen durch Mütter oder andere Bezugspersonen bleiben gesellschaftlich oft unsichtbar. Das kulturelle Bild der fürsorglichen Mutter erschwert es überhaupt, solche Dynamiken wahrzunehmen. Doch psychoanalytisch wäre gerade hier ein entscheidender Ansatzpunkt: Nicht eine angeblich „brutale männliche Sexualnatur“ erklärt spätere Gewalt, sondern häufig eine tief gestörte Beziehung zur eigenen Verletzlichkeit und Abhängigkeit. Gewalt kann dann als Abwehr gegen frühe Ohnmachtsgefühle verstanden werden. Sexualisierte Dominanz dient in solchen Fällen nicht der Lust allein, sondern der Wiederherstellung eines beschädigten Selbstgefühls.
Beiers Ansatz wirkt demgegenüber erstaunlich eindimensional. Er beschreibt Männer oft so, als seien Triebintensität und Aggressionspotenzial relativ unmittelbare Eigenschaften männlicher Sexualität. Damit unterschätzt er die symbolische und psychische Dimension von Sexualität. Psychoanalytisch betrachtet ist Sexualität niemals bloß biologischer Impuls, sondern immer auch Sprache, Konflikt, Fantasie und Beziehungsgeschichte. Wer Gewalt allein aus männlicher Triebstruktur erklärt, vereinfacht die Entstehung sexueller Gewalt erheblich.
Hinzu kommt ein erkenntnistheoretisches Problem: Die Argumentation operiert stark mit Durchschnittsunterschieden zwischen Männern und Frauen, behandelt diese aber implizit als Wesensunterschiede. Dadurch entsteht der Eindruck, männliche Sexualität sei ihrem Kern nach gefährlicher. Wissenschaftlich sauber wäre jedoch die Unterscheidung zwischen statistischer Häufigkeit und ontologischer Aussage. Aus der Tatsache, dass Männer häufiger Täter sind, folgt eben nicht, dass Gewalt eine notwendige oder innere Eigenschaft männlicher Sexualität ist. Andernfalls würde man aus sozialen Phänomenen biologische Schicksale machen.
Gerade psychoanalytische Perspektiven warnen vor solchen Verkürzungen. Sie zeigen, dass Aggression nicht einfach männlich ist, sondern aus frühen Erfahrungen von Kränkung, Bindungsstörung, Demütigung und mangelnder Symbolisierung entstehen kann. Viele Formen sexueller Gewalt haben weniger mit „zu viel Sexualität“ zu tun als mit psychischer Fragmentierung und gestörter Beziehungsfähigkeit. Täter handeln oft nicht aus überschießender Lust, sondern aus innerer Leere, Scham, Kontrollbedürfnis oder kompensatorischer Machtfantasie.
Deshalb greift die Formel von der „Gewalt in der männlichen Sexualität“ letztlich zu kurz. Sie erklärt zu wenig und moralisiert zugleich zu viel. Anstatt männliche Sexualität pauschal unter Verdacht zu stellen, wäre es wissenschaftlich fruchtbarer, die Bedingungen zu untersuchen, unter denen sich Aggression, Kränkung und Sexualität destruktiv verschränken. Dazu gehören Familienstrukturen, Bindungserfahrungen, emotionale Vernachlässigung, narzisstische Dynamiken und gesellschaftliche Vorstellungen von Männlichkeit. Eine Theorie, die primär auf männliche Natur verweist, bleibt dagegen reduktionistisch. Sie beschreibt Symptome, ohne die tieferen psychischen Ursachen wirklich zu verstehen
Juckt niemanden das was Beier sagt ist die ultimative Wahrheit und diese darf NICHT angezweifelt werden. Daher darf er auch Aussagen bringen, wo es keine einzige Evidenz zu gibt. Seine persönlichen Erfahrungswerte mit vorbelasteten Menschen (wer geht sonst in Therapie!?!?) stehen über alles andere.
Beier ist nicht mehr tragbar und wird zurecht immer mehr im wissenschaftlichen Umfeld kritisiert. Mal schauen was die externe Evaluation von KTW so sagen wird. Wenn es negativ ausfällt wird Beier wieder mit dystopischen Untergangsszenarien um Fördergelder betteln.
Die KTW-Charite in Berlin hat die 20Euro Vergütung überwiesen, das textliche Transkript und auch die MP3-Datei auf einem USB-Stick mit dem Interview übersandt. Alle KTW-Standorte in Deutschland und Schweiz haben das News per Emailverteiler erhalten.