Pädophilenjäger gehen Polizei in die Falle: Die vier angeklagten Jugendlichen & Heranwachsende hatten aber die Masche der Pädophilenjäger angewandt und sich selbst so bezeichnet
Vor der Jugendkammer des Landgerichts Stuttgart hat der Prozess gegen vier selbsternannte Pedo-Hunter begonnen. Die Staatsanwaltschaft hat die Jugendlichen im Alter von 18 bis 20 Jahren des versuchten Mordes, besonders schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung angeklagt. Der Begriff „Pedo-Hunter“, also „Pädophilen-Jäger“, bedeutet, dass Menschen auf eigene Faust Männer in eine Falle locken und bestrafen wollen, weil sie diese für Pädophile halten. Schon bei Prozessbeginn sagte der Richter: „Nach Aktenlage gibt es überhaupt keine Hinweise, dass es sich bei den Erwachsenen um Pädophile handelt.“ In der Tat kann man bei diesen Angeklagten nicht wirklich von Pedo-Hunter sprechen, denn Sie hatten sich als 16 bis 18 jährige Jugendliche ausgegeben. Kein Pädophiler hat sexuelles Interesse an Mädchen in diesem Alter. Die vier angeklagten Jugendlichen/Heranwachsende hatten aber die Masche der Pädophilenjäger angewandt und sich selbst so bezeichnet. Die ARD-Tagesschau berichtet: Im Internet tummeln sich zahlreiche Akteure, die vermeintliche Pädophile stellen und ihre Aktionen in Live-Streams inszenieren. Dazu gehört auch Marvin Ojaghi, der in der Nähe von Stuttgart wohnt. Allein auf TikTok hat er mehr als 270.000 Follower. Dem SWR sagt er, er wolle auf das Thema Cybergrooming, Pädophilie und Kindesmissbrauch aufmerksam machen…! Die Expertin Ursula Gasch sieht das anders. Sie sieht in den Aktivitäten von Marvin Ojaghi Vorverurteilungen angeblicher Pädophiler. Dessen Befragungen erinnerten sie an Vernehmungsmethoden wie im 19. Jahrhundert. Zudem befürchtet sie, die reichweitenstarken Videos könnten andere dazu inspirieren, ebenfalls zum „Pedo-Hunter“ zu werden und dabei sogar Gewalt anwenden. DAS trifft den Nagel auf den Kopf!!! K13online kündigt eine LIVE-Berichterstattung als Prozessbeobachter an…
Vier Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren müssen sich seit Freitag vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem versuchten Mord, Vergewaltigung, besonders schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung vor. Sie sollen sich im Internet als junge Frauen ausgegeben haben. Die so angelockten Männer griffen sie demnach dann an und beraubten sie.
Staatsanwältin: Einer filmte, mehrere schlugen zu
Die Gruppe habe ihre Ideen und Taten seit Mai 2023 über eine Chatgruppe organisiert, sagte die Staatsanwältin zum Auftakt des Prozesses. Die Gruppierung sei arbeitsteilig und planvoll vorgegangen. So sollte einer den Kontakt herstellen, ein anderer filmen, mehrere schlugen zu oder besorgten die Waffen. Die erzielte Beute sollte „je nach Arbeitsaufwand“ aufgeteilt worden sein.
„Pedo-Hunter“ aus dem Raum Stuttgart
Im Internet tummeln sich zahlreiche Akteure, die vermeintliche Pädophile stellen und ihre Aktionen in Live-Streams inszenieren. Dazu gehört auch Marvin Ojaghi, der in der Nähe von Stuttgart wohnt. Allein auf TikTok hat er mehr als 270.000 Follower. Dem SWR sagt er, er wolle auf das Thema Cybergrooming, Pädophilie und Kindesmissbrauch aufmerksam machen.
Er distanziere sich von Menschen, die sich als „Pedo-Hunter“ bezeichneten, dabei selbst Straftaten ausübten oder Menschen unter Druck setzten, um daraus Profit zu schlagen. Er betreibe keine Selbstjustiz. Die strafrechtliche Bewertung liege ausschließlich bei den zuständigen Behörden und Gerichten.



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