Niederländischer Aktivist Nelson Maatman in Mexiko-Stadt im Gefängnis: Seit drei Jahren & ein Monat ohne Gerichtsverhandlung in U-Haft

[ Autor von diesem Artikel: Dieter Gieseking ] [ Verfasst am 28 Juli 2025 ]

Mexikanische Bundesanwaltschaft bietet für Schuldeingeständnis einen Deal an: Strafmaßvereinbarung von zwei Jahren & 10 Monaten und sofortige Entlassung in die Freiheit

Der niederländische Aktivist Nelson Maatman befindet sich ohne eine Gerichtsverhandlung seit nunmehr drei Jahren und einen Monat in einem mexikanischen Gefängnis in U-Haft. K13online hat erneut einen Hinweis von seiner hier bekannten Emailadresse erhalten, den wir allerdings nicht überprüfen können. Demnach bietet die mexikanische Bundesanwaltschaft für ein Schuldeingeständnis einen Deal an: Strafmaßvereinbarung von zwei Jahren & 10 Monaten und sofortige Entlassung in die Freiheit. Solche Deals zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung gibt es auch in Deutschland, wenn zum Beispiel die Beweislage für eine Verurteilung nicht ausreichen könnte. Die Gerichtsbarkeit & die Haftbedingungen in Mexiko sind jedoch mit der Justiz in Deutschland und auch in den Niederlanden nicht vergleichbar. Als niederländischer Staatsbürger könnte Maatman nach einem solchen Deal in sein Heimatland überstellt werden. In Mexiko geht es bei einem solchen Deal nicht mehr um Recht oder Unrecht, sondern um die Freilassung und Rückkehr in die Niederlande. Die Alternative würde darin bestehen, dass er bei einer Gerichtsverhandlung zu einem noch höheren Strafmaß verurteilt werden könnte. Die Rechtsmittel durch die Instanzen könnten Jahre dauern. Maatman müsste weiterhin die menschenunwürdigen Haftbedingungen in Mexiko überleben. K13online hat sich mit Schreiben vom 29. April 2025 an die niederländische Botschaft in Mexiko-Stadt gewandt. Mit Stand von heute hat die Botschaft (noch) nicht geantwortet. Zur gegebenen Zeit werden wir weiter berichten…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die bizarre Rechtslage des Aktivisten Nelson Maatman

25. Juli 2025

In einer kafkaesken Wendung der Justiz hat die mexikanische Bundesanwaltschaft dem niederländischen Aktivisten Nelson Maatman eine sogenannte „Strafmaßvereinbarung“ von zwei Jahren und zehn Monaten angeboten. Die Ironie daran?

Maatman verbrachte bereits drei Jahre und einen Monat in Untersuchungshaft – ohne jemals verurteilt worden zu sein.

Das bedeutet, dass er, wenn er den Deal annimmt, sofort freikommt. Auf dem Papier klingt das nach einem Sieg.

Doch die Bedingung ist erschreckend: Er muss vor Gericht erscheinen und seine volle Schuld für ein Verbrechen eingestehen, das er bestreitet.

„Ich werde dafür bestraft, dass ich unschuldig und ehrlich bin“, sagt Maatman.
„Ich habe kein einziges Mal gelogen und werde jetzt nicht damit anfangen.“

Eine Falle, getarnt als Gnade

Wenn Maatman das Geständnis ablehnt, bleibt er mindestens ein weiteres Jahr im Gefängnis – ohne Prozess.
Und im Falle einer späteren Verurteilung (in einem Verfahren, in dem er nicht einmal wichtige Beweise zu seiner Verteidigung vorlegen darf) drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Rechtsexperten und Menschenrechtsbeobachter bezeichnen dies als eine Form von Zwang, nicht als Gerechtigkeit.
Anstatt von Unschuld auszugehen, bietet das System einen Deal an, der Wahrheitsbekenntnisse bestraft und falsche Geständnisse belohnt – solange der Fall dadurch verschwindet.

Warum ist dieses Angebot problematisch?

Es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern um Druckmittel. Die Staatsanwaltschaft bietet keine Freilassung an, weil Maatman schuldig oder unschuldig ist, sondern weil seine weitere Inhaftierung keinen weiteren bürokratischen Zweck erfüllt.

Ein Geständnis könnte als Waffe eingesetzt werden. Ein Schuldbekenntnis vor einem Bundesgericht könnte später als Beweismittel in einem separaten Verfahren vor Ort verwendet werden, was seine rechtliche Lage möglicherweise noch weiter verschärfen könnte.

Das Verfahren ist manipuliert. Maatman darf vor dem Bundesgericht keine eigenen Beweise vorlegen, was bedeutet, dass seine Unschuld nicht zur Sprache kommt.

Ein gefährlicher Präzedenzfall

Nimmt Maatman die Klage an, kommt er frei – wird aber vor dem Gesetz zu einem verurteilten Kriminellen, obwohl er nie einen fairen Prozess hatte.
Lehnt er ab, bleibt er eingesperrt und wird dafür bestraft, dass er auf seiner Unschuld beharrt.

„Sie wollen, dass ich meine Schuld unterschreibe, um dem Loch zu entkommen, in das sie mich geworfen haben. Aber ich bin nicht so weit gekommen, um mich selbst zu verraten.“


Menschenrechtsverletzungen in Mexico-Stadt: Niederländischer Aktivist Nelson Maatman in mexicanischer Gefangenschaft im Hungerstreik

 

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