K13online Gefangenenhilfe in die USA: 10 Jahre Brieffreundschaft mit dem US-Gefangenen Edward B. im präventiven Sicherungsverwahrungsprogramm MSOP
Der 1. Brief von Edward B. erreichte uns im Jahr 2015. Inzwischen haben wir 10 Weihnachtskarten und viele Briefe von Edward aus Columbia erhalten. Er befindet sich seit dem Jahre 2008 im sogenannten Sicherungsverwahrungsprogramm MSOP. Dies ist ein präventiver Freiheitsentzug auf unbestimmte Zeit. Zuvor war Edward wegen zwei sexuellen Beziehungen mit Jungs im Gefängnis gewesen und wurde nach dem Ende des Strafvollzuges wieder in die Freiheit entlassen. Im Gegensatz zu Deutschland ist es in den USA möglich, das entlassene Vorbestrafte dieser Deliktsart ohne eine weitere Straftat begangen zu haben, zwangsweise in das MSOP-Programm müssen. In Deutschland gibt es eine solch präventive Sicherungsverwahrung(SV) nur dann, wenn diese in einem aktuellen Urteil neben der Freiheitsstrafe zusätzlich vom Gericht angeordnet wird. In den USA war Edward nach seinen zwei Haftstrafen in Freiheit, hatte keine weiteren Straftaten begangen und wurde trotzdem in dieses MSOP-Programm gesteckt. Das MSOP ist kein reguläres Gefängnis, sondern eine psychiatrische Anstalt, um präventiv Straftaten zu verhindern. Das amerikanische Rechtssystem will mit dem MSOP-Programm Pädophile für den Rest ihres Lebens wegsperren. Eine Resozialisierung in die Gesellschaft ist auch deswegen unmöglich, weil alle entlassenen Sexualstraftäter mit Namen, Adressen und Fotos öffentlich an den Pranger gestellt werden. Die USA verstößt damit gegen Internationales Recht & die Charta der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Ob Edward B. nach nun 17 Jahren Unfreiheit – ohne dafür ein Sexualdelikt begangen zu haben – jemals in die Freiheit entlassen werden wird, ist völlig ungewiss…..



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