+++ Im ewigen Gedenken: Psychologe und Professor für Sozialpädagogik Dr. Helmut Kentler verstarb am 9. Juli 2008 im Alter von 80 Jahren +++

[ Autor von diesem Artikel: Dieter Gieseking ] [ Verfasst am 07 Juli 2026 ]

Helmut Kentler zur Pädosexualität: „Ich habe in der überwiegenden Mehrheit die Erfahrung gemacht, dass sich päderastische Verhältnisse sehr positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Jungen auswirken können“

Dr. Helmut Kentler gehörte zu den Befürwortern einer emanzipatorischen Jugendarbeit und zählte zu den Vertretern der Sexualaufklärung der 1960er bis 1990er Jahre. In seiner Tätigkeit als Gerichtsgutachter und Experte für Kinder- und Jugendsexualität erreichte er in Fachkreisen große Bekanntheit und Anerkennung. Von 1979 bis 1982 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung, später war er Beirat in der Humanistischen Union. Auch war Kentler Kuratoriumsmitglied der Arbeitsgemeinschaft humane Sexualität(AHS e.V.) mit Sitz in Gießen. Zu dem besten Aufklärungsbuch deutscher Sexualerziehung „Zeig Mal“ schrieb er das Vorwort. Als kaum problematisch betrachtete Kentler gleichberechtigte und diskriminierungsfreie sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern: „Werden solche Beziehungen von der Umwelt nicht diskriminiert, dann sind um so eher positive Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung zu erwarten, je mehr sich der Ältere für den Jüngeren verantwortlich fühlt.“, schrieb er 1974 in seinem Vorwort zu dieser Broschüre. Im Jahre 1999 erklärte er noch – inzwischen völlig gegen den veränderten Zeitgeist: „Ich habe in der überwiegenden Mehrheit die Erfahrung gemacht, dass sich päderastische Verhältnisse sehr positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Jungen auswirken können, vor allem dann, wenn der Päderast ein regelrechter Mentor des Jungen ist.“ Kentler hatte bis zu seinem Todestag am 9. Juli 2008 ein positives Verhältnis zu einvernehmlich-pädophilen Beziehungen, obwohl sich der Zeitgeist in Missbrauchshysterie gewandelt hatte. Wir erinnern am 9. Juli 2026 an seinen 18. Todestag und danken Ihm für seine sexualwissenschaftlichen Erkenntnisse in ewigem Gedenken….

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Kentler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

https://archiv.krumme13.net/news8ab3.html?s=read&id=3610

 

4 Kommentare zu “+++ Im ewigen Gedenken: Psychologe und Professor für Sozialpädagogik Dr. Helmut Kentler verstarb am 9. Juli 2008 im Alter von 80 Jahren +++”

  1. Danik sagt:

    Vielen Dank für die Erinnerung an Herrn Kentler. Und vielen Dank an Autisticgirllover für die fundierten Kommentartexte. Sehr inspirierend!
    Der Missbrauchs-Industrie blüht hoffentlich auch eine „Aufarbeitung“. In ihrem Kontext wird soviel destruktive Energie frei gesetzt, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit eines Tages erwachsen gewordene Opfer der vermeintlichen Rettungsmissionen gibt, die thematisieren, was ihnen im Namen der “ Rettung der kindlichen Unschuld“ angetan wurde. Kinder, die bei der Auflösung von Jugendhilfeeinrichtungen oder Pflegeverhältnissen ihr Zuhause verloren haben. Jungs, die wegen pubertärer Spielereien durch jahrelange Therapie- und Überwachungsprogramme gejagt wurden. Ich glaube kaum, dass das nicht eines Tages als die institutionelle Gewalt skandalisiert wird, die es ist. Mir ist persönlich der Fall eines Grundschüler bekannt, der von entsprechend eifrigen JugendamtsmitarbeiterInnen in eine darauf spezialisierte Einrichtung verbracht wurde, obwohl es nie einen realen sexuellen Übergriff gegeben hat. Man stelle sich das Leid dieses Kindes vor, dem von aussen versucht wird, die Erinnerung einzuimpfen, dass er traumatisierenden Situationen ausgesetzt gewesen sei obwohl da nichts war. Real hingegen war der Verlust eines liebevollen Zuhause. Da läuft mittlerweile soviel schief auf der Basis von hysterischen Handlungsimpulsen, dass der KinderSCHUTZ auf der Strecke bleibt.

  2. Auticgirllover sagt:

    Das Paradox der wohlfeilen Empörung: Gratismut zwischen Fassbinder und der Causa Kentler
    Es gehört zu den großen soziologischen Einsichten Hans Magnus Enzensbergers, ein Phänomen benannt zu haben, das im digitalen Zeitalter seine absolute Blüte erlebt: den Gratismut. Vor gut sechs Jahrzehnten prägte er diesen Begriff für eine Haltung, die sich moralisch überlegen gibt, deren Artikulation oder Handeln jedoch keinerlei persönliches Risiko, keine Gefahr und keine negativen Konsequenzen nach sich zieht. Echter Mut bemisst sich am potenziellen Opfer, das er fordert; Gratismut hingegen ist billig – er kostet nichts, bringt aber im selben Atemzug den Applaus der Mehrheit. Es ist die Transformation von Zivilcourage in ein risikofreies Konsumgut.
    Wie tief dieses Phänomen in den Mechanismen gesellschaftlicher Projektion verwurzelt ist, zeigt ein Blick auf Rainer Werner Fassbinders filmisches Meisterwerk Angst essen Seele auf (1974). Fassbinder inszeniert darin die Liebe zwischen der älteren deutschen Witwe Emmi und dem wesentlich jüngeren marokkanischen Gastarbeiter Ali. Die Reaktion ihres Umfelds – der Nachbarn, Kollegen und Händler – ist eine Welle von Rassismus, sozialer Kälte und moralischer Entrüstung. Doch Fassbinder führt dieses Spießbürgertum in seiner ganzen Ambivalenz vor: Sobald Emmi und Ali als nützliche Rädchen im System gebraucht werden (sei es als helfende Hand beim Umzug oder als willige Kunden), kippt die offene Ablehnung in eine opportunistische Akzeptanz.
    Die vermeintlich feste moralische Ordnung der Nachbarschaft entpuppt sich als Fassade. Ihr anfänglicher Widerstand gegen das Paar war kein Ausdruck tief sitzender Prinzipien, sondern billige Konformität innerhalb der eigenen Peergroup – eine Vorform des Gratismutes, der sich an den vermeintlich Schwächsten abarbeitet, um die eigene Gruppenzugehörigkeit zu festigen.
    Trägt man diese Matrix in die Gegenwart, so zeigt sich die hässlichste Fratze des Gratismutes dort, wo moralische Empörung auf Subjekte trifft, die sich ihr physisch nicht mehr stellen können. Ein schmerzhaftes Exempel hierfür ist die anhaltende gesellschaftliche und mediale Hysterie um den Skandal um Helmut Kentler.
    Achtung, jetzt Mainstreamsichtweise:
    Jahrzehntelang verschleierte und institutionalisierte der Berliner Senat in Kooperation mit dem renommierten Sozialpädagogen Kentler das sogenannte „Kentler-Experiment“, bei dem Pflegekinder gezielt an pädophile Männer vermittelt wurden – ein monströses Verbrechen, das durch Netzwerke in Behörden und Wissenschaft gedeckt wurde.
    Kritik geht weiter:
    Die heutige, oft schrille Empörungswelle in den Medien und Talkshows trägt jedoch Züge genau jenes Enzensberger’schen Gratismutes. Helmut Kentler verstarb im Jahr 2008. Er ist tot, kann sich nicht mehr wehren, kann keine Gegenargumente vorbringen und keine Verantwortung mehr im juristischen Sinne übernehmen. Sich heute, im sicheren Konsens des Jahres 2026, hinzustellen und das System Kentler lauthals zu verdammen, kostet den Sprechenden absolut nichts. Es droht kein gesellschaftlicher Ausschluss, kein Karriereknick und kein Gegenwind aus den Institutionen – im Gegenteil, der Beifall der Mehrheit ist garantiert.
    Wer vom Unrecht der anderen mit Genugtuung redet, setzt sich ins Unrecht.
    — Hans Magnus Enzensberger (Dankrede zum Büchner-Preis, 1963)
    Indem die Debatte zu einer nachträglichen moralischen Hinrichtung einer historischen Figur verkommt, lenkt sie geschickt von den eigentlichen, schmerzhaften Fragen ab: Wo versagen Jugendämter und Behörden im Hier und Jetzt? Wieso wird der Abbau des Sozialstaates vehement vollzogen und hingenommen? Wieso wird hingenommen, dass es Kindern heutzutage oftmals wesentlich schlechter geht, als in den 1970er Jahren? Die Fokussierung auf den toten Protagonisten erlaubt es der Gesellschaft, sich kathartisch reinzuwaschen, ohne den Preis für eine echte, strukturelle Konsequenz zahlen zu müssen.
    Fassbinders Alis und Emmis werden auch heute noch so lange ausgegrenzt, wie es die eigene soziale Sicherheit verlangt. Und die Geister der Vergangenheit werden erst dann mutig bekämpft, wenn sie keine Zähne mehr haben. Enzensbergers Diagnose bleibt unbarmherzig präzise: Wo der Mut nichts kostet, ist auch die Moral am Ende wohlfeile Ware.

  3. Autisticgirllover sagt:

    Die Hierarchie der Abscheu: Über den wohlfeilen „Gratismut“ im Fall Kentler und das diskrete Schweigen um Hans Asperger
    ​Es gehört zu den bequemen Paradoxien des zeitgenössischen Kulturbetriebs, dass die moralische Empörung der Gegenwart umso lauter dröhnt, je weicher das Ziel gefedert ist. Wenn wir die mediale und gesellschaftliche Aufarbeitung von Helmut Kentler und Hans Asperger vergleichen, blicken wir in den Zerrspiegel einer selektiven Vergangenheitsbewältigung. Auf der einen Seite: Der Fall Kentler – ein „monströses“, „Experiment“ im West-Berlin der Nachkriegsjahrzehnte, das heute mit medialer Verve und maximaler Abscheu seziert wird. Auf der anderen Seite: Hans Asperger – der Wiener Pädiater, der im Dienst der nationalsozialistischen Rassenhygiene Kinder nach ihrer „Brauchbarkeit“ selektierte und an die Tötungsanstalt Am Spiegelgrund überwies, dessen Name jedoch bis heute als diagnostisches Label und Chiffre für neuronale Diversität fortbesteht.
    ​Warum schlägt Kentler die volle Wucht der medialen Teufelsaustreibung entgegen, während die historische Schuld Aspergers in akademischen Grauzonen verharmlost oder diskret umschifft wird? Die Antwort liegt in einer Mischung aus ideologischer Bequemlichkeit, institutioneller Trägheit und jenem Phänomen, das man treffend als „Gratismut“ bezeichnen kann.
    ​Der Fall Kentler: Die Katharsis des Gratismuts
    ​Die mediale Verdammung Helmut Kentlers ist für den Mainstream absolut gerechtfertigt, und die Art und Weise, wie sie inszeniert wird, bedient einen wohlfeilen Reflex. Kentler ist das perfekte Feindbild für das 21. Jahrhundert: Seine Taten berühren das absolute Tabu der Gegenwart – die sexuelle Ausbeutung von Kindern, böse und intelligente mächtige Männerzirkel, klappen um 17 Uhr die Bürgersteige hoch und statt zu ihrer Ehefrau zu gehen, vernaschen sie abends Kinder. Zudem war er ein Protagonist jener reformpädagogischen, links-liberalen Emanzipationsbewegung der 1960er und 70er Jahre, die das bürgerliche Lager heute mit Genugtuung dekonstruiert, weil die „Kulturrevolution (so kommt es dem deutschen Kleinbürger wahrscheinlich vor)ein „Experiment “ war, das möglichst rückgängig gemacht werden muss.
    ​Die heutige Empörung über Kentler kostet die Medien und die Politik nichts mehr. Sie erfordert keinen Mut, denn Kentler ist tot (gestorben 2008), sein Netzwerk ist zerschlagen, und die Institutionen, die ihn deckten – wie die Berliner Senatsverwaltung –, können sich durch die Finanzierung von Aufarbeitungsstudien elegant läutern. So wie Google das ja auch macht, wenn Kindern langweilig wird und öffentlich an sich herumspielen, bestimmte Personen sich darüber freuen…dann finanziert Google mal schnell einen öffentlichen Beichtstuhl namens KTW und die Schuld ist reingeschwaschen.
    ​Die Mechanik des Gratismuts: Indem man Kentler als singuläres Monster exorziert, inszeniert sich die Gegenwart als geläutert, ohne die strukturellen Fragen nach der heutigen staatlichen Verantwortung für Pflegekinder wirklich radikal stellen zu müssen. Es ist Aufklärung ohne Risiko.
    ​Der Fall Asperger: Das Unbehagen an der Entzauberung
    ​Warum aber bleibt der Aufschrei bei Hans Asperger aus? Warum haftet den Enthüllungen des Historikers Herwig Czech aus dem Jahr 2018, die Aspergers Mittäterschaft am NS-Kindermord lückenlos belegten, bis heute der Charakter einer „Spezialistendebatte“ an?
    ​Hier kollidiert die historische Wahrheit mit den handfesten Interessen einer globalen Identitäts- und Medizinindustrie. Asperger wurde nach 1945 entlastet, weil er kein Parteibuch trug und sich geschickt als „Retter“ stilisierte – ein Mythos, der jahrzehntelang ungeprüft blieb. Als die britische Psychiaterin Lorna Wing in den 1980er Jahren das „Asperger-Syndrom“ populär machte, schuf sie unfreiwillig eine Marke.
    ​Identitätspolitische Blockaden: Das „Asperger-Syndrom“ ist für Millionen von Menschen weltweit zu einem zentralen Bestandteil ihrer Identität, ihres Selbstverständnisses und ihres Stolzes geworden („Aspie-Kultur“). Die Nachricht, dass der Namensgeber dieser Identität Kinder in den Tod schickte, erzeugt eine kognitive Dissonanz, die viele lieber verdrängen. Man trennt das Werk stur vom Autor, weil die Wunde sonst zu tief verliefe.
    ​Die Trägheit des medizinischen Apparats: Ein Krankheitsbild umzubenennen, Lehrbücher umzuschreiben und Diagnoseschlüssel global zu ändern, ist ein bürokratischer und finanzieller Kraftakt. Obwohl das DSM-5 den Begriff gestrichen hat, hält sich „Asperger“ im alltäglichen klinischen Sprachgebrauch hartnäckig.
    ​Aspergers Verharmlosung speist sich aus dem kollektiven Wunsch, eine nützliche medizinische Kategorie nicht durch die hässliche Fratze der NS-Euthanasie zu beschmutzen. Es ist der pure Pragmatismus, der hier die moralische Pflicht zur Distanzierung überstimmt.
    ​Kritik: Die Schieflage der moralischen Ökonomie
    ​Dieser asymmetrische Umgang mit historischer Schuld offenbart eine moralische Schieflage. Der Nationalsozialismus ist in der offiziellen Gedenkkultur der Bundesrepublik und Österreichs zwar historisch konsentiert, doch sobald seine personellen Kontinuitäten die Komfortzone unseres heutigen Alltags berühren, wird weggesehen. Hans Asperger wird verharmlost, weil er uns nützt. Seine Schuld wird historisiert, weichgezeichnet und im Zweifel mit dem Verweis auf den „Kontext der Zeit“ entschuldigt.
    ​Kentler hingegen nützt niemandem mehr. Er ist der Sündenbock, an dem sich die Republik abarbeiten kann, um zu beweisen, wie konsequent sie Missbrauch aufklärt. Das ist die Definition von Gratismut: Man drischt auf den toten Hund Kentler ein, während man vor dem Denkmal Aspergers beschämt die Augen niederschlägt.
    ​Solange wir nicht bereit sind, den Namen Asperger mit derselben Konsequenz aus dem öffentlichen Raum und dem medizinischen Vokabular zu tilgen, mit der wir Kentlers Erbe ausradieren (dabei war Kentler kein Pädophiler, er war meines Wissens schwul), bleibt unsere Erinnerungskultur unaufrichtig. Sie bleibt eine Kultur, die Verbrechen nicht nach ihrer Schwere beurteilt, sondern nach dem Grad der Unbequemlichkeit, den ihre Aufdeckung verursacht.

  4. Blau von Dery sagt:

    Ein großartiger Wissenschaftler!

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Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, es findet uns nur noch als wahre Kinder.

Die Kunst ist lang! - Und kurz ist unser Leben.

Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern - Und hüte mich, mit ihm zu brechen.

Politik machen: den Leuten so viel Angst einjagen, dass ihnen jede Lösung recht ist.

Die Politik ist keine Wissenschaft, wie viele der Herren Professoren sich einbilden, sondern eine Kunst.