AfD-Flyer schüren irrationale Ängste gegen Homosexuelle, Transsexuelle und Pädophile: Frühsexualisierung wird heute als politisch rechtes Schlagwort gegen frühkindliche Sexualaufklärung verwendet
Die Zeitschrift ELTERN berichtet über den Betriff „Frühsexualisierung“ von Kindern. Wikipedia führt den Begriff auf das Jahr 1926 von Werner Villinger zurück, einem Nazi. Schadet es Kindern, über sexuelle Vielfalt aufgeklärt zu werden? Über diese Frage wird immer heftiger diskutiert. Die Wissenschaft ist sich hingegen recht einig: Eine altersgemäße Aufklärung schadet nicht – und die Warnung vor der sogenannten „Frühsexualisierung“ ist vor allem eins: eine politische Instrumentalisierung. Die AfD-Flyer schüren irrationale Ängste gegen Homosexuelle, Transsexuelle und Pädophile. In neonazistischen Diskursen zur Pädophilie, die zunehmend zur Mobilisierung genutzt werden, werde ebenfalls Frühsexualisierung als Ziel der staatlichen Erziehung ausgegeben und mit diesem Thema in Verbindung gebracht. In den entsprechend agierenden Gruppen werde gegen Frühsexualisierung, eine Sexualisierung der gesamten Gesellschaft und Gender-Mainstreaming gleichermaßen argumentiert. Das Problem sind hierbei nicht die Eltern, die sich um ihre Kinder sorgen und Angst vor einer „Frühsexualisierung“ haben, sondern diejenigen, die diese Ängste schüren. Es werden Horrorszenarien entworfen, in denen Grundschulkindern unangemessene Informationen zu sexuellen Handlungen aufgezwungen werden und Pädagog:innen Kinder zu körperlichen Erkundungen verleiten. Ausgenutzt wird diese Sorge von politischen Interessengruppen, die sexuelle Vielfalt und infolgedessen Vielfalt innerhalb der Gesellschaft, ablehnen. Dabei geht es in erster Linie aber nicht um das Wohl der Kinder, denn diese sind mitnichten von „Frühsexualisierung“ bedroht, sondern um das Durchsetzen der eigenen Agenda: gegen sexuelle Vielfalt, für Queerfeindlichkeit und für ein traditionelles Rollen- und Geschlechterbild…

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