Breites Bündnis gegen RECHTS: Neonazis „Der Störtrupp Süd“ haben Demo gegen 3. CSD Pforzheim angemeldet

[ Autor von diesem Artikel: Dieter Gieseking ] [ Verfasst am 21 Mai 2025 ]

Alle sind eingeladen, Solidarität zu zeigen: Damit spricht Jancura explizit auch Menschen an, die sich nicht als queer bezeichnen

Zum 3. CSD in Pforzheim am 14. Juni 2025 formiert sich ein breites Bündnis gegen RECHTS. Am gleichen Tag haben die Neonazis „Der Störtrupp Süd“ eine Demo angemeldet. Nach ZDF-Recherchen treffen beim „Störtrupp“ altgediente Neonazi-Kader mit jungen, teils minderjährigen Mitgliedern aufeinander. Der CSD-Veranstalter ruft deshalb zur Teilnahme auf: Alle sind eingeladen, Solidarität zu zeigen. Damit spricht Jancura explizit auch Menschen an, die sich nicht als queer bezeichnen. Nach Bekanntwerden der Neonazi- Demo hat sich die Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin Katja Mast (SPD) noch am Dienstagvormittag an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) gewandt, um sich über die Aktivitäten der Gruppierung und mögliche Schutzmaßnahmen zu erkundigen. Auch der Bundestagsabgeordnete und Europa-Staatsminister Gunther Krichbaum(CDU) ließ über seinen Büroleiter ausrichten: „Das dürfen wir als Bürger unserer Stadt nicht dulden.“ Angesichts der neuen Bedrohung von Rechtsaußen lässt auch das Stadtoberhaupt Peter Boch keinen Zweifel daran, auf wessen Seite er steht: „Pforzheim ist eine weltoffene und vielfältige Stadt. Als Oberbürgermeister trete ich seit Jahren entschieden für Toleranz, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Der Pforzheimer CSD wird in diesem Jahr weit über eine Homo-Veranstaltung hinaus gehen. Schirmherrin „Sookee“, die aus Brandenburg stammt, macht im Pressegespräch mit der PZ deutlich: „CSD müssen politisch sein.“ Es soll sich ihrer Meinung nach nicht nur um eine Party, sondern einen Protest handeln. Denn queere Menschen seien mit die ersten Opfer von autoritären Bestrebungen, wie man sie derzeit erlebe. Und weil der CSD in Pforzheim als besonders politisch gilt, untersützte sie als „Ossi“ diesen „West-CSD“ sehr gerne….(Update: Weitere Aufrufe gegen RECHTS)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

https://www.spotlight-pforzheim.de/csd-demo-pforzheim

Präsenz sei in diesem Jahr jedenfalls noch wichtiger als sonst. „Alle sind eingeladen, Solidarität zu zeigen, dass wir einfach mehr sind.“ Damit spricht Jancura explizit auch Menschen an, die sich nicht als queer bezeichnen. Caleb Davis, ebenfalls von Spotlight, sagt: „Wenn der Platz so voll ist, dann ist da kein Platz, dass Nazis dazukommen.“

https://bnn.de/pforzheim/pforzheim-stadt/csd-in-pforzheim-findet-wegen-rechter-demonstration-mit-erhoehter-sicherheit-statt

Katja Mast ist alarmiert – und OB Peter Boch?

Nach Bekanntwerden der Demo-Pläne hat sich die Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin Katja Mast (SPD) noch am Dienstagvormittag an den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) gewandt, um sich über die Aktivitäten der Gruppierung und mögliche Schutzmaßnahmen zu erkundigen. Sie wird zum CSD anreisen, „für Respekt, Solidarität und gleiche Rechte.“

Bundestagsabgeordneter und Europa-Staatsminister Gunther Krichbaum ließ über seinen Büroleiter ausrichten: „Das dürfen wir als Bürger unserer Stadt nicht dulden.“ Die Stadt müsse nun die Anträge der Veranstalter mit größter Sorgfalt prüfen. „Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut in unserer Verfassung, aber die öffentliche Sicherheit und das Demonstrationsrecht anderer dürfen dabei nicht gefährdet werden.“

https://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-150-Rechtsextreme-wollen-den-CSD-in-Pforzheim-stoeren-wer-steckt-dahinter-_arid,2220032.html

Angesichts der neuen Bedrohung von Rechtsaußen lässt das Stadtoberhaupt aber keinen Zweifel daran, auf wessen Seite er steht: „Pforzheim ist eine weltoffene und vielfältige Stadt. Als Oberbürgermeister trete ich seit Jahren entschieden für Toleranz, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein – und werde dies auch weiterhin tun. Klar und unmissverständlich wende ich mich gegen jede Form von rechter Hetze. Wir lassen uns als Stadtgemeinschaft nicht einschüchtern.“ Dass im Umfeld des CSD eine rechte Gegendemonstration angemeldet worden sei, betrachte er „mit großer Sorge“. Der Christopher Street Day stehe für Menschenrechte, Gleichberechtigung und Vielfalt – Werte, die nicht zur Disposition stünden. „Als junger Mann bin ich mit meinem Freundeskreis selbst öfters privat in Stuttgart auf Christopher Street Days unterwegs gewesen“, verrät Boch. Ob er einen Stellvertreter auf die Veranstaltung entsenden wird, ist noch offen – auch, ob ein offizieller Programmpunkt dafür vorgesehen sein wird. Es werde im Rathaus derzeit intern geklärt, ob ein anderer Bürgermeister teilnehmen kann.

https://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-OB-Boch-stellt-sich-hinter-den-CSD-seine-Verwaltung-nimmt-kurzfristig-sogar-selbst-teil-_arid,2220500.html

Gemeinsam haben sie ihre meist sehr jungen Mitglieder, die zu Beginn vor allem durch Gegendemonstrationen zu Pride-Veranstaltungen aufgefallen sind. Nach ZDF-Recherchen treffen beim „Störtrupp“ altgediente Neonazi-Kader mit jungen, teils minderjährigen Mitgliedern aufeinander. Von Beginn an für den „Störtrupp“ aktiv waren untere anderem mehrere Akteure, die der Dortmunder Neonazi-Szene der Partei „Die Rechte“ zuzuordnen sind.

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/neonazi-geheim-chats-rechtsextreme-gruppen-100.html


Solidarität gegen Hass: 3. CSD in Pforzheim findet am 14. Juni 2025 auf dem Marktplatz mit Umzug statt

 

4 Kommentare zu “Breites Bündnis gegen RECHTS: Neonazis „Der Störtrupp Süd“ haben Demo gegen 3. CSD Pforzheim angemeldet”

  1. Der „Störtrupp Süd“ hatte letzte Woche in sozialen Medien angekündigt, parallel zum CSD „für traditionelle Werte und gegen die Frühsexualisierung unserer Kinder“ demonstrieren zu wollen. Es müsse Schluss damit sein, dass „unsere Kinder [auf dem CSD] ideologisch beeinflusst werden“. Stattdessen setze man sich ein „für die traditionelle, fortpflanzungsfähige Familie – als Fundament für den Erhalt unseres Volkes und unserer Nation Deutschland“.

    Derzeit gibt es in Deutschland vermehrt rechtsextreme Übergriffe. Laut einer Analyse des Autor*­innenkollektivs Feministische Intervention (AK Fe.In) würden nur noch 60 Prozent der CSDs störungsfrei ablaufen (queer.de berichtete). Die Bandbreite an Störungen, Anfeindungen und Angriffen seien dabei recht weit gefächert: von körperlichen Angriffen gegen Einzelpersonen bis zu neonazistischen Mobs, die durch die Straßen ziehen, um CSD-Teilnehmende einzuschüchtern und zu bedrohen.

    https://www.queer.de/detail.php?article_id=53738

  2. Ben Salomo mit klaren Worten
    Deutliche Worte gegen den geplanten Aufmarsch der Neonazis findet auch der Musiker und Autor Ben Salomo, Träger des Internationalen Pforzheimer Friedenspreises 2020. Er erklärt, er sehe „mit großer Besorgnis“, dass rechtsextreme Gruppen wie „Der Störtrupp“ eine Veranstaltung in Pforzheim planten. Diese stünden für „Hass, Intoleranz und Ausgrenzung – Werte, die unserer offenen und freien Gesellschaft entgegenstehen“. Pforzheim sei eine Stadt des Friedens und der Toleranz, diese Werte müssten „entschieden verteidigt werden“, betont Salomo. Er unterstütze das Engagement der Bürgerbewegung #Zusammenhalten Pforzheim, die gemeinsam mit einem breiten Bündnis beim CSD ein Zeichen für Solidarität und Respekt setzen wolle.

    https://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-Kritik-an-der-Neonazi-Demo-zum-CSD-in-Pforzheim-waechst-weiter-_arid,2221418.html

  3. Kirchenvertreter wollen einstehen für die Rechte von Minderheiten
    Man stehe ein für Freiheit und Vielfalt und für die Rechte von Minderheiten. „Dieses Anliegen teilen wir mit dem CSD (Christopher Street Day), der für die Würde der queeren Menschen eintritt, die Vielfalt der Menschen in ihrer sexuellen Identität sichtbar machen will und für ihre Rechte auf die Straße geht.“

    Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderem von der Evangelischen Dekanin Christiane Quincke, vor zwei Jahren selbst Schirmherrin des Pforzheimer CSD, und Georg Lichtenberger, dem leitenden Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde Pforzheim.

    https://bnn.de/pforzheim/pforzheimer-csd-erhaelt-zuspruch-gegen-aufmarsch-von-rechtsaussen

  4. Neue rechtsextremistische Jugendgruppen
    Berlin: (hib/STO) Um neu entstandene, gewaltbereite rechtsextremistische Jugendgruppen geht es in der Antwort der Bundesregierung (21/193) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/81). Wie die Fraktion darin ausführte, treten seit dem vergangenen Jahres in verschiedenen Bundesländern neue neonazistische Gruppen mit Namen wie „Elblandrevolte“, „Pforzheimrevolte“, „Letzte Verteidigungswelle“, „Deutsche Jugend Voran“, „Jung und Stark“, „Der Störtrupp“, „Nationalrevolutionäre Jugend“ oder „Deutsche Jugend zuerst“ auf. Die Mitglieder der Gruppen seien in der Regel Neonazis im Teenageralter mit einer ausgeprägten Gewaltaffinität.

    Die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung der neu entstehenden, gewaltbereiten rechtsextremistischen Jugendgruppen intensiv, wie sie in ihrer Antwort vom 16. Mai betont. Danach ist seit dem erstmaligen Auftreten der genannten Personenzusammenschlüsse im Sommer 2024 eine Zunahme rechtsextremistischer, aktionsorientierter Gruppierungen festzustellen, die hauptsächlich aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestehen. Innerhalb des Jahres 2024 konnten diese den Angaben zufolge „ihre inneren Strukturen ausbauen, festigen und sich als Anlaufpunkt für eine neue aktionsorientierte und ideologisch weniger gefestigte Zielgruppe in der rechtsextremistischen Szene etablieren“.

    Sowohl das junge Alter als auch die Aktionsorientierung der Mitglieder derartiger Gruppierungen stellten dabei eine abstrakte Gefährdung im Sinne einer potenziellen rechtsextremistischen Beeinflussung und Radikalisierung dar, heißt es in der Antwort weiter. Aufgrund der Gewaltbereitschaft des Personenpotenzials sowie der gefestigten Strukturen der Personenzusammenschlüsse sei darüber hinaus eine abstrakte Gefährdung für Personen gegeben, die den rechtsextremistischen Feindbildern der Gruppen entsprechen. Dazu gehörten insbesondere Angehörige der LGBTQ-Community, der „linken“ Szene sowie Personen mit Migrationshintergrund.

    https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1075946

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Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, es findet uns nur noch als wahre Kinder.

Die Kunst ist lang! - Und kurz ist unser Leben.

Von Zeit zu Zeit seh ich den Alten gern - Und hüte mich, mit ihm zu brechen.

Politik machen: den Leuten so viel Angst einjagen, dass ihnen jede Lösung recht ist.

Die Politik ist keine Wissenschaft, wie viele der Herren Professoren sich einbilden, sondern eine Kunst.